Schönerlinde
 
 
 
Schönerlinde
 

 

Schönerlinde

Wo liegt Schönerlinde?
 

Schönerlinde ist nach der Gemeindegebietsreform ein Ortsteil der Gemeinde Wandlitz und gehört zum Landkreis Barnim in dem Bundesland Brandenburg. Der brandenburgische Ort Schönerlinde grenzt im Norden unmittelbar an die Gemarkung Berlin an und gehört damit zum engeren Verflechtungsraum Berlins.

 

Aus der räumlichen Lage von Schönerlinde ergibt sich eine sehr gute Verkehrsanbindung des Ortes, insbesondere charakterisiert durch die unmittelbare Lage des Ortes an der Bundesstraße B 109 mit Anschluß an die Bundesstraßen B 2 und B 96a, durch den benachbarten Berliner Autobahnring und die davon abzweigenden Autobahnen sowie durch den Haltepunkt der Regionalbahn Karow-Klosterfelde und die Erschließung durch den Öffentlichen Personennahverkehr.

 

Naturräumlich gesehen befindet sich die Gemeinde Schönerlinde am Rande der Barnimer Hochplatte inmitten des einstweilig gesicherten Landschaftsschutzgebietes Westbamim und der Feuchtniederungen des Tegeler Fließes, die geprägt sind durch eine Grundmoränenlandschaft und durch Talauen der Urstromtäler aus der letzten Eiszeit.

 

Teile des geplanten Naturparkes Barnim, der durch Seen, naturnahe Fließgewässer, Feuchtgebiete und eine hüglige Endmoränenlandschaft gekennzeichnet ist, werden sich auf Gemeindegebiet befinden. Das im Mai 1997 unter Schutz gestellte Naturschutzgebiet „ Schönerlinder Teiche" befindet sich im südwestlichen Teil der Gemarkung und umfaßt auch Teile der Gemarkung Mühlenbeck.

 

Größe und Einwohnerzahl
 

 

Schönerlinde umfasst eine Flächenausdehnung 1.154 ha. Am 31.12.2007 beträgt die Einwohnerzahl ca. 1014 Personen. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 79,0 Personen je km². Sie liegt knapp unter dem Durchschnitt des Landes Brandenburg und wesentlich unter der Gemeinde Wandlitz und des Landkreises Barnim.


 

Historische Entwicklung
 

Nachdem bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts das Barnimer Land von sla­wischen Stämmen besiedelt war, begann insbesondere unter den brandenbur­gischen Markgrafen die Besiedlung durch deutsche Siedler. Zu den in dieser Zeit neu entstehenden Orten gehörte auch das Angerdorf Schönerlinde. Erst­malig wurde Schönerlinde im Jahr 1242 urkundlich bei der Übereignung des Dorfes an das Kloster Lehnin durch die Markgrafen Johann und Otto erwähnt.

So waren 1805 in Schönerlinde der „Lehnschulze, 20 Ganzbauern, 12 Ganz­kossäten, 23 Einlieger, Schmiede, 2 Krüge" auf 77 Hufen ansässig, was auch in der.„Statistisch-topographischen Beschreibung der gesammelten Mark Brandenburg" aus dem Jahr 1805 belegt wurde.

Die Dorfkirche in Schönerlinde stellt ein bemerkenswertes Beispiel dar, an dem der ursprüngliche Bau aus der Gründerzeit des Ortes, das Einwirken der bautechnischen Kultur des großen Mönchsorden der Zisterzienser sowie die nachfolgende Entwicklung des Handwerks nachvollziehbar sind.

Die wechselvolle Geschichte des Dorfes von seiner Entstehung und der ersten urkundlichen Erwähnung, im Zeitalter der Reformation, während des Dreißigjäh­rigen Krieges bis zum Ersten Weltkrieg, der Weimarer Republik und dem „tau­sendjährigen Reich", bis zum Zweiten Weltkrieg und der „Zeit danach" ist ein­drucksvoll in der anläßlich der 750-Jahrfeier der Gemeinde erschienenen Schönerlinder Chronik beschrieben

Neben der Land- und Viehwirtschaft brachten dem Dorf im Mittelalter zwei sich kreuzende bedeutende Handelswege einen gewissen Wohlstand. Im Jahr 1860 bestand das Dorf bereits aus 68 Wohnhäusern, 138 Wirtschaftsgebäuden (2 Ziegeleien, Getreidemühle) und 5 öffentlichen Gebäuden.

Anfang des 2O.-sten Jahrhunderts vergrößerte sich das Dorf und bestand nun­mehr aus 109 bzw. 1931 aus 143 Wohnhäusern, das Gut Schönerlinde gehörte dem Magistrat von Berlin. Trotzdem hat Schönerlinde auch in dieser Zeit seine historisch gewachsene Form beibehalten.

Gasthof
 

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Landwirtschaft insbesondere von Mittelbauern betrieben. Größere Veränderungen traten von 1900 bis 1905 ein, als die Schönerlinder große Flächen für die Anlage der Rieselfelder an die Stadt Berlin verkauften. Mit dem Ankauf von Gelände für das Berliner Stadtgut wurde der Grundstein für größere Besitztümer der Stadt Berlin in der Gemarkung Schönerlinde gelegt. Der Anbau von Gemüse und Kohl auf den Rieselfeldern führte zu einem gewissen Reichtum der ansässigen Bauern, der auch in schö­nen Häusern aus der Gründerzeit, großen Stallungen und landwirtschaftlichen Anlagen zum Ausdruck kommt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam es durch den Wegzug einer großen Zahl von Mittelbauern zu einem Einbruch in der landwirtschaftlichen Produktion und den teilweisen Verfall der landwirtschaftlichen Anlagen Gleichzeitig kam es zu einem Zuzug neuer Dorfbewohner.

 


 
Verkehrstechische Anbindung
 

Schönerlinde ist straßenmäßig in drei Richtungen angebunden.

In Richtung Süden verläuft die Bundesstraße B109 mit mehreren verkehrstechnisch wichtigen Zielen. Das ist zum ersten der Anschluß an die Autobahn BAB114, die eine schnelle Verbindung in Richtung Berlin-Pankow ermöglicht. Als zweites kann über die gleiche Anschluß stelle in Richtung Norden der Berliner Autobahnring, der Schönerlinde in südlicher Richtung begrenzt, erreicht und alle möglichen Autobahnziele aus Richtung Berlin angefahren werden. Die Ausfahrt über die B109 in südliche Richtung ermöglicht drittens das schnelle Erreichen weiterer Berliner Stadtbezirke wie Buch, Pankow-Heinersdorf oder Reinickendorf.

In nördliche Richtung führt die B109 den Verkehr in Richtung Schönwalde, Wandlitz und in die Regionen der Schorfheide als beliebte Ausflugsziele der Berliner Bevölkerung. Nicht wenige nutzen diese Ausfallstraße auch als ersten Teilabschnitt auf dem Weg zur Ostsee ü ber Neubrandenburg. Folglich gehört die B109 zu den stark befahrenen Fernverkehrsstra ß en im n ö rdlichen Berliner Umland, insbesondere in der Ausflugs- und Urlaubszeit.

Straßengebundener Öffentlicher Personenverkehr

Der straßengebundene öffentliche Personenverkehr erreicht den Ort Schönerlinde nur in einem geringen Maße. Der Ort wird von zwei Buslinien berührt, zum einen auf der Relation Berlin/S-Bahnhof Buch - Schönwalde/Gorinsee und zum zweiten von der Kurzstrecken relation Schönerlinde/Stadtgut - Basdorf/Grundschule. Die Fahrgastzahlen auf beiden Strecken erlauben keine hohe Verbindungsdichte, so daß die Busverbindung nach Berlin nur im Berufsverkehr auf einen Halbstundentakt verdichtet wird, in der übrigen Zeit sind größere Abstände zwischen den Verbindungen realisiert.

Schienengebundener öffentlicher Personenverkehr

Schönerlinde wird am westlichen Ortsende von einer Teilstrecke der Heidekrautbahn tangiert. Auf dieser Relation, die durch die Deutsche Bahn AG betrieben und durch den Landkreis Barnim bestellt ist, verkehren Zugpaare im Halbstundentakt je Richtung. Die Zuganbindung sichert in starkem Maße die Anforderungen des regionalen Berufs- und Schülerverkehrs zwischen Berlin-Karow (mit direkter Anbindung an das Berliner S-Bahn-Netz) in der einen und den Orten nach Wandlitz in der anderen Richtung.

Touristisch bemerkenswert ist die Tatsache, daß die Relation im Tarifgebiet der Berliner S-Bahn liegt, einen getakteten S-Bahn-Anschluß hat und die Zuggarnituren die Mitnahme von Fahrrädern ermöglichen.

Im Jahr 2003 wurde der Haltepunkt in Schönerlinde zu einem modernen Bahnhof mit zwei Bahnsteigen umgebaut. Die Bahnsteige sind jetzt Kinderwagen- und Rollstuhlgerecht. Es besteht jetzt die Möglichkeit PKW und Fahrräder ordnungsgemäss abzustellen. Im Zuge der Bauarbeiten wurde der Fußgängerweg in Richtung Mühlenbeckerstr. gepflastert und durch konstruktive Maßnahmen ist ein sicheres Überqueren der Strasse möglich.


Ortsansichten
 

Schönerlinder Dorfstrße

Die Dorfstraße mit ihrem historischen Straßendorf-Charakter prägt das Dorfbild ganz besonders. Die traufständige Lage der meist einzeln stehenden eingeschossigen Häuser in weiter Flucht von der alleeartigen Straße ist typisch für märkische Straßenangerdörfer. Der Bauzustand der Häuser, ihre Detaillierung und Umbauung entstammen der landwirtschaftlichen Nutzung in der Zeit der Dorfentstehung. Die Straße hat im weiteren Sinne regionale Bedeutung und dient als Zufahrtsstraße zu Industriegebieten und -betrieben. Prägend ist die weitläufige Randfläche beidseitig der befestigten Straße.

Schönerlinder Chaussee

Die Prenzlauer Chaussee besitzt vom Hausbestand einähnliches Erscheinungsbild wie die Dorfstraße, Um- und Zwischenbauten sind hier jedoch häufiger mit andersartigen Details versehen. Der Bereich im engeren Dorfkern wird sehr stark durch das Gemeindehaus, das Feuerwehrhaus, das Eckgrundstück mit dem Dorfkrug und die zwischen allen Gebäuden befindliche Freifläche gekennzeichnet. Kennzeichnend ist der Ausbau mit einem Radweg und die damit gegebene Anbindung an das Kreisradwege-Netz.

Berliner Allee

Die Berliner Straße teilt sich im wesentlichen in zwei Abschnitte, in den Anger im historischen Ortskern und die Ausfallstraße in Richtung Berlin, mit dem Verlauf der B109. Beide Straßenteile sind durch den modernen Ausbau der Fernverkehrsstraße geprägt. Der Anger ist der baulich wertvollste Teil des Straßennetzes von Schönerlinde. Der Ausbau der Berliner Straße im Rahmen der Sanierung der B109 brachte eine wesentliche Verbesserung des gesamten vom Fernverkehr durchflossenen Dorfkerns. Die n ördliche Angerstraße dient dem Durchgangsverkehr, w ährend der südliche Angerteil eine vielfältig nutzbare Straßenfläche darstellt. Die Hauptnutzung des südlichen Angers als Parkfläche ermöglicht gute Anreisemöglichkeiten für kulturelle Veranstaltungen in und um die Kirche.

Der Ortseingang mit dem historischen Standort des alten Zollhauses ist ein ebenso typisches Merkmal eines märkischen Dorfes, in dem sich Handelsstraßen kreuzen.

 

Hobrechtsfelder Weg

Der Hobrechtsfelder Weg als östlicher Ausgang des Dorfes trägt Nebenstraßen-Charakter mit ausgesprochen individueller Bebauung und teilweise nicht den Ort prägenden Gebäuden. Der Hobrechtsfelder Weg ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen zu Fuß oder per Rad in die Umgebung des Niederbarnimer Fließes. Ein reizvolles Wanderziel ist auch das südöstlich von Schönerlinde liegende Landschaftsschutzgebiet Bucher Forst.


 
Vereine und anderes Gemeinschaftsleben
 

Aktivitäten der freiwilligen Feuerwehr, Ausbildung der Jugendfeuerwehr

Aktivitäten der Kirchengemeinde, Konzertveranstaltungen in der Kirche

die Arbeit der Vereine:

Feuerwehrverein Schönerlinde e. V.

Siedlerverein

Schönerlinder Jagdgenossenschaft

Aktivitäten des Jugendclubs und des Seniorenclubs

Gemeindefeste wie Osterfeuer, Lindenblütenfest, Reiterfest, Feuerwehrfest


 
Kirche in Schönerlinde
 
Die Schönerlinder Dorfkirche, in der noch 1541 ein Mönch als Pfarrer die Messe las, zählt heute zu den bedeutenden Zeugnissen mittel­alterlicher Baukunst in Brandenburg. Der spätgotische Feldsteinbau stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Ein dendrochronologisch auf 1345 datierter Balken könnte einen Hinweis auf die Bauzeit geben. Das Baumaterial besteht durchweg aus unregelmäßigen Feldsteinen. Alle Zierteile sind aus Backstein. Da der Ort bereits 1242 bestand, ist ein hölzerner Vorgängerbau zu vermuten. Auf das Alter der Sakristei mit dem kunstvollen mittelalterlichen Schmuckgiebel läßt ein Balken von 1480 schließen. Um 1600 scheint eine Neuausstattung der Kirche erfolgt zu sein. Aus dieser Zeit könnten noch eine Taufschale aus Zinn und ein Hängeleuchter aus Gelbguß stammen.

 

 

Kirche

 

Seit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde mit beispiel­haftem Einsatz der Gemeindemitglieder und vieler Einwohner die Kirche instand gesetzt. Die Dorfkirche in Schönerlinde stellt ein bemerkenswertes Beispiel dar, an dem der ursprüngliche Bau aus der Gründerzeit des Ortes, das Einwirken der bautechnischen Kultur des großen Mönchsorden der Zisterzienser sowie die nachfolgende Entwicklung des Handwerks nachvollziehbar sind.1992 konnte sie wieder eingeweiht werden. Der stimmungsvolle Kirchenraum wird gern für überregionale Veran­staltungen, wie die hier beheimatete Reihe „Musik in der Dorfkirche" genutzt. Kirchen- und Turmführungen finden viele Interessenten.

Kirche
Kirche
 
Sakristeigiebel der Kirche