Nachdem bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts das Barnimer Land von slawischen Stämmen besiedelt war, begann insbesondere unter den brandenburgischen Markgrafen die Besiedlung durch deutsche Siedler. Zu den in dieser Zeit neu entstehenden Orten gehörte auch das Angerdorf Schönerlinde. Erstmalig wurde Schönerlinde im Jahr 1242 urkundlich bei der Übereignung des Dorfes an das Kloster Lehnin durch die Markgrafen Johann und Otto erwähnt.
So waren 1805 in Schönerlinde der „Lehnschulze, 20 Ganzbauern, 12 Ganzkossäten, 23 Einlieger, Schmiede, 2 Krüge" auf 77 Hufen ansässig, was auch in der.„Statistisch-topographischen Beschreibung der gesammelten Mark Brandenburg" aus dem Jahr 1805 belegt wurde.
Die Dorfkirche in Schönerlinde stellt ein bemerkenswertes Beispiel dar, an dem der ursprüngliche Bau aus der Gründerzeit des Ortes, das Einwirken der bautechnischen Kultur des großen Mönchsorden der Zisterzienser sowie die nachfolgende Entwicklung des Handwerks nachvollziehbar sind.
Die wechselvolle Geschichte des Dorfes von seiner Entstehung und der ersten urkundlichen Erwähnung, im Zeitalter der Reformation, während des Dreißigjährigen Krieges bis zum Ersten Weltkrieg, der Weimarer Republik und dem „tausendjährigen Reich", bis zum Zweiten Weltkrieg und der „Zeit danach" ist eindrucksvoll in der anläßlich der 750-Jahrfeier der Gemeinde erschienenen Schönerlinder Chronik beschrieben
Neben der Land- und Viehwirtschaft brachten dem Dorf im Mittelalter zwei sich kreuzende bedeutende Handelswege einen gewissen Wohlstand. Im Jahr 1860 bestand das Dorf bereits aus 68 Wohnhäusern, 138 Wirtschaftsgebäuden (2 Ziegeleien, Getreidemühle) und 5 öffentlichen Gebäuden.
Anfang des 2O.-sten Jahrhunderts vergrößerte sich das Dorf und bestand nunmehr aus 109 bzw. 1931 aus 143 Wohnhäusern, das Gut Schönerlinde gehörte dem Magistrat von Berlin. Trotzdem hat Schönerlinde auch in dieser Zeit seine historisch gewachsene Form beibehalten.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Landwirtschaft insbesondere von Mittelbauern betrieben. Größere Veränderungen traten von 1900 bis 1905 ein, als die Schönerlinder große Flächen für die Anlage der Rieselfelder an die Stadt Berlin verkauften. Mit dem Ankauf von Gelände für das Berliner Stadtgut wurde der Grundstein für größere Besitztümer der Stadt Berlin in der Gemarkung Schönerlinde gelegt. Der Anbau von Gemüse und Kohl auf den Rieselfeldern führte zu einem gewissen Reichtum der ansässigen Bauern, der auch in schönen Häusern aus der Gründerzeit, großen Stallungen und landwirtschaftlichen Anlagen zum Ausdruck kommt.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam es durch den Wegzug einer großen Zahl von Mittelbauern zu einem Einbruch in der landwirtschaftlichen Produktion und den teilweisen Verfall der landwirtschaftlichen Anlagen Gleichzeitig kam es zu einem Zuzug neuer Dorfbewohner.
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