zuletzt aktualisiert am: 29.09.2018

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Waldbrandstufe 

Waldbrandstufe Barnim

Die Waldbrandgefahrenstufen werden nur in der besonders waldbrandgefährdeten Zeit vom 1. März bis 30. September ermittelt und dargestellt.

   

Schönerlinder Chronik 1242 - 1992
750 Jahre Schönerlinde

1242

Erste urkundliche Erwähnung
In Deutschland regierte der Staufer König Friedrich II. - Humanismus und Renaissance

Schönerlinde wurde im Jahre 1242 erstmals urkundlich er­wähnt. Die Markgrafen Otto III. und Johann I. überließen den Ort urkundlich, mit noch anderen Dörfern der weiteren Umgebung, dem ehemaligen Kloster Lehnin im Tausch gegen die so genannten "hangenden Berge" bei Fürstenwalde. Der Text der Ur­kunde lautet: "Wir wünsche, dass es jetzt und in Zukunft beurkundet sei, dass wir unseren hochgeliebten Brüdern von Lehnin verkauft haben: Das Dorf mit den Namen Arenssee und Ttibusdorf (Arendsee und Tribelsdorf) mit dem See, welcher Loziliz (Lottsche) heißt, und allen seinen Anliegenschaften für 162 Mark. Die Dörfer Bredewisch und Wandelitz und die Hälfte des Dorfes Stolzenhagen mit seinen Anliegenschaften haben wir vorhin genannten Brüdern von Lehnin für 150 Mark verkauft. Für die Besitzungen, die besagte Brüder von Lehnin durch die Schenkung unseres Vaters Albrecht, Markgrafen von Brandenburg, bei dem Berg, der der hangende Berg genannt wird, erhalten haben, haben wir ihnen eingetauscht: Nipenhof, Wolterstorp, Closterveld, Schönerlind, dessen Grenzen sich zwischen Buckholtz und dem ebenso benannten Dorfe bis nach Santhforth erstrecken, mit allem was dazugehört. Für 5 Haufen Salz, die sie (die Brüder von Lehnin) zu Brandenburg beim Zoll hatten, haben wir mit besagten Brüdern zu Leh­nin 20 Hufen mit allen Rechten in Bredewisch ausgetauscht. Damit dis nun genehmigt und unabänderlich für die Zukunft bleibe, und da­mit die aufgezahlten Güter, welche die oben erwähnten Brüder von Lehnin jetzt zu vollem Recht und voller Freiheit besitzen, von allem Recht unserer Vögte und Büttel, sowie von dem Recht, das Heersch heißt, und von allem und jedem Dienst ausgenommen sein soll, halten wir dafür, es durch Anhaftung unserer Siegel zu bekräftigen, in dem wir das treue Zeugnis geistlicher wie weltlicher Personen hinzufügen, deren Namen sind Ruthger, Bischof von Brandenburg, Dietrich, Vogt von Spandau und viele andere". Es war zur Zeit der Wiederbesiedelung des Ostens üblich, dass der Grundherr eine größere Fläche Landes einem Unternehmer (Locator) übergab mit der Verpflichtung, diese mit deutschen Bauern zu besetzen. Die Größe der bäu­erlichen Wirtschaft war die Hufe, die etwa 20 Morgen bemessen war. Hatte der Locator genügend Siedler angeworben, so erhält er als Schulz das Amt des Dorfvor­stehers und für seine Bemühungen 4 Hufen zugewiesen. Er ist zu keinen Abgaben oder Diensten verpflichtet. Die Bauern da­gegen haben von ihrer Hufe ei­nen Grundzins zu zahlen, der aber anfangs auf eine Reihe von Jahren erlassen wird. Außerdem sind sie noch zu Vorspann oder Fuhren verpflichtet und haben den Burg- oder Heerendienst zu leisten. Alle diese Rechte haben die Markgrafen Otto III. und Jo­hann I. nach dem Dokumentvom Jahre 1242 anscheinend dem Kloster Lehnin übergeben. Aus einem späteren Dokument geht hervor, daß die Markgrafen sich die Bede und den Wagen- und Heerdienst vorbehalten haben. Auch ist in der Tauschurkunde von einer Freiheit der "Güter" die Rede. Das Landbuch der Mark Brandenburg, das Kaiser Karl IV. im Jahre 1375 aufzeichnen ließ, gibt uns hierüber nähere Auskunft. Hiernach gehörten zu Schönerlinde 48 Hufen, dazu kamen aber noch 33 Hufen, die dem Kloster Lehnin gehörten und schoßfrei, das heißt abgabefrei waren.

1357

Der Altenhof
In Europa wird das Schießpulver bekannt

Um diese 33 Hufen zu verwalten, bauten die Zisterzienser Mönche auf der noch heute oft als "alter Hof“ bezeichneten Feldmark einen Wirtschaftshof. Er wird zum ersten Mal 1357 er­wähnt. Der Hof lag an einer vielbefahrenen Stra­ße, der alten Heerstraße, die von Spandau aus­ging und über Schönerlinde wahrscheinlich an die Hauptstraße Berlin- Bernau- Eberswalde her­anführte. Diese alte Heerstraße ist noch heute zu erkennen. Sie führte von Blankenfelde am heutigen Gut Schönerlinde vorbei nach dem Klosterhof am Klosterpfuhl. Dieser Feldweg heißt auch jetzt noch Heerstraße. Wir hörten schon, daß die Markgrafen 1242 einen Teil ihrer Rechte an das Kloster Lehnin vergaben. Ihre regelmäßigen Einnahmen, wie Zins und Pacht reichten nicht für die vielen Kriegszüge, die zahlreichen Landerwerbungen durch Kauf und die Hofhaltung aus. Durch Verleihung bleibender Einkünfte an die Kirche, weltlicher Personen oder an die Städte, erhielten sie eine bedeutsame Summe Geld, die ihnen bald aus ihrer Verlegenheit half. Jedoch der Wagendienst gehörte noch dem Markgrafen. Alle übrigen Rechte, mit Ausnahme der Bede, besaß das Kloster. Die Einnahmen aus dieser Steuer hatten nach zwei Urkunden die von Bredow auf Buchholz zur Zeit Karls IV. erlangt. Nach dem Landbuch hatte diese Familie dem Kaiser einen Vorschuß von 144 Groschen (= 5.000 RM) gelei­stet. Die von Röbel auf Buch hatten ebenfalls ei­nen Anteil an der Bede in Schönerlinde, den sie dann 1425 an das Kloster verkauften. 1427 brachte dieses auch noch einen Anteil derer von Bredow an sich.

1458

Das Dorf
1445 erfand Johann Gutenberg den Buchdruck

Von einer Veränderung des Dorfes Schönerlinde erfahren wir erst wieder im Jahre 1458. Dem Klosterhof fehlte es zu der Zeit an Arbeitskräften. Daher überließ ihm der Kurfürst Friedrich II. in diesem Jahre einen Teil der Dienste, die die Ein­sassen zu Schönerlinde diesem zu leisten hatten, mit Ausnah­me der Heeresdienste.

Zur Zeit der Einziehung der Kirchgüter wurde der Lehniner Besitz schon mehr vom Schönerlinder Hof aus verwaltet. In der Urkunde von 1458 heißt es, daß "der würdige und andächtige unser Rat und lieber getreuer Herr Arnold, Abt zu Lehnin, den Hof zu Schönerlinde, der mit seinen Hufen frei war, mit unserem Willen und Gunst zu Pachthufen gelegt und gemacht haben. Dafür haben wir ihm seinem genannten Kloster und Nachkommen, und dem neuen Hofe, den er zu Mühlenbeck bauen läßt, zu ewiger Zeit gegeben den Dienst auf den nachgeschriebenen Hufen und Höfen..." Dafür verzichtete Lehnin auf die Befreiung seiner 33 Hufen und versprach diese unter "Pacht und Schoss" zu bringen, also die üblichen Abgaben zu leisten. Der Mangel an Knechten war eine allgemeine Erschei­nung dieser Zeit.

1517

Das Zeitalter der Reformation
Martin Luther veröffentlicht am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen

Aus dem öffentlich rechtlichen Dienst wurde der persönliche Dienst für den neuen Herrn. Diese Entwicklung trug mit zur Ent­stehung der ostdeutschen Grundherrschaft bei. Es entstanden in dieser Zeit viele der so genannten Gutsdörfer. Auch Schönerlinder Bauern mußten Frondienste auf dem Klosterhof leisten. Daher heißt es in einer Urkunde aus dem Amts­und Erbregister zu Mühlenbeck aus dem Jahre 1505: Schönerlinde habe 21 Hafner und 12 Kos­säten. Hafner und Kossäten seien mit "Hand- und Fußdiensten" dem Kloster verpflichtet. Zur Zeit der Kirchenreformation fiel jedoch der Alte Hof zusammen mit den übrigen Klostergütern dem Kurfürsten zu. Die Dorfbewohner hatten nun wie früher die geringer bemessenen Dienste zu lei­sten, und so blieb Schönerlinde sein bäuerliches Gepräge erhalten. Nach dem Erbregister des Am­tes Mühlenbeck aus dem Jahre 1591 betrugen die Abgaben eines Hofes je nach Größe 12 Schef­fel Roggen und 22 Scheffel Hafer oder davon die Hälfte, 1 Taler 6 Groschen bis 22 Taler 23 Gro­schen Geldzins und ein Rauchhuhn. Überdies waren 2 Hühner und 2 Eier ins Schloss nach Berlin zu liefern, das somit 38 Hühner und 1 Schock 16 Eier aus Schönerlinde erhielt. Der Schönerlinder Klosterwirtschaftshof wurde zum alten Hof "Alten Hof. Aus diesem Grunde wurde auch das Dorf nach Einführung der Reformati­on 1561 dem Domänen-Amte Mühlenbeck beigelegt, das von nun an von einem Amtsschrei­ber geleitet wurde.

1608/48

Der dreißigjährige Krieg

Die Gemeinde mietete 1645 einen Schmied. Er bekommt seinen Lohn "wie althergebracht". Nach dem 30-jährigen Krieg (1618/48) saßen auf den Höfen meist andere Besitzer, als vorher. Wo die Bauern fehlten, wurden Kossäten und Knechte aus der Nachbarschaft oder ande­ren Teilen der Mark auf die Bauernstellen gesetzt. Noch lange nach dem Kriege finden wir auch in Schönerlinde einen dauernden Wechsel der Hof­besitzer. 1652 waren es nach dem "Verzeichnis der Bauern und Cossaten in Nidern Barnimschen Kreise aufgenommen durch den Landreu­ter Ulrich Gärtner", 19 Bauern und 10 Kossäten. Der Große Kurfürst war in den Niederlanden erzogen worden und nahm sich daher dieses Land mit seiner intensiven Acker- und Viehwirtschaft als Muster und Vorbild. Neues Ackerland wurde durch Ansiedlung vor allem holländischer Bauern unter günstigen Bedingungen neu gewonnen. Auch seine Gemahlin, eine holländische Prinzes­sin, hatte starkes Interesse an der tatkräftigen Förderung des Bauerntums. Am 26. Februar 1652 übergab ihr daher der Markgraf unter an­derem auch das Dorf Schönerlinde mit der Ge­richtsbarkeit und allen Rechten. Am 8. Septem­ber 1654 kaufte sie dazu noch dem auf dem Amte Bötzow (Oranienburg) sitzenden Amtsschreiber Vogelsang den Krug in Schönerlinde (heute Salzmannscher Besitz) ab. Auf einem Teil der ehe­maligen Klosterhufen (in der Urkunde ist von Ritterhufen die Rede) wurde ein Vorwerk mit ei­ner ausgedehnten Schafzucht eingerichtet. 25 Jahre später hatten sich die Besitzverhältnisse in Schönerlinde stark verändert. Nicht ein einziger Bauer saß jetzt noch auf derjenigen Wirtschaft, die er 1652 inne hatte. Nach dem Kriege, der mehr durch Pest und Hunger als durch Schwert und Feuer seine Opfer forderte, lagen viele Dörfer der Mark vollkommen wüst. Auch Schönerlinde scheint sehr mitgenommen gewesen zu sein. Noch in einem Visitationsbericht von 1696 heißt es:"Der Wald war bis in die Nähe des Dorfes herangekrochen. Die Felder und Fluren haben sich teil­weise mit Kiefernschonung bedeckt und man hört öfter die Wölfe heulen." Ein gutes Bild von dem äußeren Zustand Schönerlindes gibt uns ein Bericht "bei der Revision derer Niederbarnimschen Creyses Dörflfer, so Se. Churfürstl. Durchl. gnädigen Verordnung nach sub das Cöln an der Spree, den 7. Mai 1696 in demselben Jahre ge­halten wurde. Damals waren im Dorf 21 Hüfner (Bauern), 17 Kossäten, 1 Schmied und 1 Hirt ansässig. Sein besonderes Augenmerk widmete der König der Landwirtschaft. Da nach schlech­ten Ernten das Brotgetreide knapp war, mußten auf des Königs Befehl Kartoffeln angebaut wer­den, die bisher in Preußen noch unbekannt waren. Die Saatknollen wurden von der Kammerverwaltung geliefert und alle Besitzer angehalten, bei strenger Strafe Kartoffeln zu pflanzen.

1766

Schönerlinder Schulzenbüchern
Das deutsche Reich erstarkt, von 1713-1740 regiert Friedrich Wilhelm I. von Preußen

Auch in den Schönerlinder Schulzenbüchern finden wir eine "Speziflcation*', was ein jeder Bauer, Kossäte und Büdner an Kartoffeln im Jahre 1766 gesetzt hatte. Es folgte eine lange Liste der einzelnen Besitzer. Der Durchschnitt der Saatmenge betrug etwa 4 Scheffel (etwa 2 1/2 Ztr.). Um die Preise für die wichtigsten Lebensmittel von den Ernteerträgen unabhängig zu machen und sie auf einer gleichmäßigen Höhe zu halten, legte Friedrich der Große Kornmagazine an, die er in Jahren guter Ernte füllte, um sie bei Missernten dem Volke zu öffnen. So le­sen wir auch von Lieferungen an Hafer, Roggen, Stroh und Heu der Schönerlinder Gemeinde an das Magazin in Charlottenburg in den Jah­ren 1764/66. Diese "Friedenseinführungen" erhielten sich bis ins 19. Jahrhundert. König Friedrich Wilhelm III. hatte sich bis 1806 in ängst­licher Vorsicht von dem Kampfe gegen Napoleon zurückgehalten. Als dieser jedoch im Kriege gegen Oesterreich durch preußisches Gebiet marschierte, antwortete der König mit der Mobilmachung. Daher be­ginnen auch schon 1805 zahlreiche Lieferungen der Schönerlinder Ge­meinde an die verschiedensten Magazine in der Umgebung Berlins.

1810

Großbrand in Schönerlinde
Napoleon herrscht in Europa, 1804 Kaiserkrönung Napoleon I., 1815 Napoleons Niederlage bei Waterloo

Am meisten litt Schönerlinde im Jahre 1810, als eine umher streichende Diebesbande das Pfarrhaus in Brand setzte, um die Spuren ihrer Plünderungen zu verwischen. Durch den ungünstigen Wind gerieten andere Höfe in Brand, und der größte Teil des Dorfes wurde ein Raub der Flammen. Die Turmknopf-Urkunde be­richtet hierüber folgendes: "Wehrend dieser Kriege im Jahr 1810 vom 23. zum 24. August des Nachts 12 Uhr zündete eine sich wehrend der Kriege zusammengelaufene Mordbränner- Bande unser Dorf an, 47 Familien verloren Woh­nung und alle ihre Mobilien, ein Bauer Altsitzer Nahmens Friedrich Läser, eine Bauer Altsitzerin Anna Dorothea Rückert verbrannte mit, die Schneider-Witwe Mehlitz und deren Enkel starben durch Verletzungen des Brandes gleich danach. Viele Familien des Ortes mußten die Schutthaufen verlassen, weil kein Obdach zu haben war. Und dieses erfuhr auch der jetzige Küster Jordan, der diese Schrift geschrieben, zwey Jahre mußte sich derselbe in engen, von den Wirthen mit Verdruss angesehenen Wohnungen mit seinen 5 unerzogenen Kindern herumtreiben lassen".

Als Napoleon 1812 durch Preußen zog, um auch das russische Reich zu besiegen, wurde Schöner­linde von den fremden Truppen heimgesucht. In den Monaten März und April und wieder im Oktober muß die Gemeinde nach Oranienburg und Bernau Verpflegung für die Franzosen lie­fern. Zum Beispiel: "Es ist von der Gemeinde Schönerlinde an die Franzosen 3 Ochsen geliefert nach Franz. Buchholz". Im Dezember des gleichen Jahres kommen nur noch Trümmer der stolzen französischen Armee über die Grenzen zurück. Französische Marodeure durchzogen, nach Westen flüchtend, die Mark. Ihre Disziplin war dahin. Neun Tage lang wurde Schönerlinde geplündert. Noch lange Zeit hatte die Gemeinde an den Folgen des Brandes zu tragen. Während des Krieges war keine staatliche Hilfe möglich. Erst am 17. November 1824 ist eine "Specification" eingetragen, in der "60 Reichsthaler an 15 Bauern mit Ausschluß der 6 Unabgebrannten und 12 Kossäten, die je die Hälfte bekommen", eingetragen. Die 60 Taler waren Einquartierungs­gelder aus den Jahren 1807 bis 1812. Da die Schönerlinder Bauern und Kossäten auf einer staatlichen Domäne (Mühlenbeck) Dienste zu leisten hatten, so beschloß schon 1805 das Amt Oranienburg nach Verhandlungen mit den Schönerlinder Besitzern, daß diese nach Zahlung eines Erbstandgeldes ihre Höfe zu Zinseigentum erhielten und von den "Hofe- und Forstverbes­serungsdiensten" frei wurden. In den sog. Gutsdörfern war den Bauern das Ablösen ihrer Dienste oft schwer gemacht daß sie durch zu große Verschuldung schließlich ihren Besitz ganz verloren. Wie hoch das Schönerlinder Erbstandsgeld bemessen war, ist unbekannt. Jedenfalls scheint seine Bezahlung der Gemeinde sehr schwer gefallen zu sein.

1835

Die Turmkopf-Urkunde
1819 überquert d. erste Dampferden Atlantik, 1835 erste Deutsche Eisenbahn
1848 K. Marx u. F. Engels veröffentlichen das Kapital

Die Turmknopf-Urkunde von 1835 bringt noch einige andere Neuerungen im Dorf. Es heißt dort an einer Stelle: "Nun führen wir einiges erfreuliches an: Wir haben nämlich vor einigen Jahren einen Torfstich, der von bedeutender Quantität ist, im großen Fenn entdeckt, auch ist uns durch die 1830 hier angelegte Chaussee der Vorteil geworden, unsere Produkte der Residenz bequemer zuführen zu können. Durch diese Anlage gewinnt unser Ort an Verkehr. Und so erreichte es sich auch, daß Seine Majestät unser allergnädigster König uns im voerigen Jahre mit seiner hohen Gegenwart auf eine kurze Reise beehrte. Auch ist eine der Hauptposten, die nach Strahlsund fuhrt, hierdurch gelegen und eine Art von Postexpedition beim hiesigen Krüger See gebarth­etabliert... . Das Vorwerk Lindenhof wurde 1831 durch den Domherrn v. Vohs auf dem von Schönerlinde aufgekauften aus 11/2 Bauerngute bestehenden Acker, erbaut... ." Infolge der Stadtnähe Berlins konnte die Gemeinde in Wohlstand leben, der durch den eben erwähnten Bau der Prenzlauer Chaussee noch bedeutend gehoben wurde. Besonders vor der Erbauung der Eisenbahnverbindungen und dem damit aufkommenden Güterverkehr war Berlin ein gutes Absatzgebiet, nach dem der Bauer direkt seine Erzeugnisse verkaufen konnte. Jeder Be­sitzer hatte seinen sog. Milchpächter, der täglich die Milch, aber auch Butter, Eier, Brot, Kartof­feln u.a.m. nach der Stadt fuhr und direkt an den Verbraucher abgab. Das Leben im Dorf nahm seinen ruhigen Fortgang.

An die Kriege 1864,1866 und 1870/71 erinnern nur noch die Gedenktafeln für die Gefallenen in der Kirche. Nach Beendigung des Feldzuges gegen Frankreich wurde, wie allgemein üblich, auch in Schönerlinde der Krieger- und Schützen­verein gegründet. Da hatte um die Jahrhundert­wende die Nähe der Reichshauptstadt die entscheidendste Veränderung im Dorfe zur Folge. Nach der Chronik der Gemeinde verkauften die Besitzer von Schönerlinde in der Zeit von 1892 bis 1910 den größten Teil ihrer Ländereien an den Magistrat Berlin für Rieselzwecke; anfangs zu ei­nem Preis von 450 M je Morgen, später, 1910, zu einem Durchschnittspreis von 1.200 bis 1.500 M. Auch ein Teil des Bucher Waldes, der damals fast bis ans Dorf, und ein Teil der Schönwalder Forst, die bis an die Sandberge heranreichte, mußten gleichfalls den Rieselfeldern Platz machen. Seit dem Beginn der Industrialisierung gingen auch viele Schönerlinder zur Arbeit in die Fabriken. Im Dorf machte sich erheblicher Landarbeitermangel bemerkbar. Dieser muß die Bau­ern mit dazu bewogen haben, ihr Land zu ver­kaufen. So erlebte Schönerlinde einen Teil des Schicksals der Berliner Vororte mit. Jedoch liegt es weit genug von der eigentlichen Stadt entfernt und konnte sich daher sein dörfliches Gepräge erhalten. Die Stadt Berlin verpachtete seit der Errichtung der Rieselfelder einen Teil des Landes an die übrig gebliebenen Bauern, größtenteils aber an Gemüsebauern, die Krauter. Die Nah­rungsmittelnot des Weltkrieges gab diesen die Möglichkeit eines leichten Anfangs.

1914/18

Der erste Weltkrieg

Über den Krieg selbst und die Nachkriegszeit gibt die am 17. August 1928 in den Turmknopf gelegte Chronik einen ausführlichen Bericht: "... Was wir erlebt haben, liegt hinter uns wie ein böser Traum, der Weltkrieg, die Inflation (Entwertung des Geldes).Gewaltige, nie geahnteTaten hat unser Volk durch Gottes Güte vollbringen dürfen. Sieg auf Sieg ist errungen, Völker sind niedergezwungen. Abgesehen von den östlichen Randgebieten hat kein bewaffneter Feind unser Vaterland betreten dürfen. Und doch wurden wir nach vier Jahren schwach. Vollkommener konnte der Zusammenbruch nicht wohl sein. Und dennoch: Unsere Feinde fürchten uns, ein Feind ohne Angriffswaffen. Und dennoch: Der Dank gegen unseren gütigen Vater im Himmel überwiegt. Unsere Fluren sind unversehrt, unsere Kirchen und Häuser unberührt. Die von England streng durchgeführte Verhinderung des Handels über See verwies uns ganz auf die Kriegs- und Lebensmittel des Vaterlandes.

Der Krieg erforderte ungeheure Massen von Metall. Auf behördliche Anregung wurde altes Eisen, auch das kleinste Stückchen, ge­sammelt und abgeliefert. Sodann mußten abgeliefert werden: Kup­ferkessel und Gegenstände aus Messing: Türklinken, Fenstergriffe, Ofenrohrtüren. Alles gegen Bezahlung. Für Ersatz sorgten Fabriken, in denen neben älteren Männern, Frauen tätig waren. Auch die Bronzeglocken wurden beschlagnahmt. ... Die Behörden mußten die strenge Verteilung der Lebensmittel auf die einzelnen Personen vornehmen. Sämtliche Lebensmitte Mensch und Tier durften nur auf Lebensmittelkarten verabfolgt werden... . Auch einzelne wenige der Unseren hatten das schwere Joch Gefangenschaft zu tragen, am schwersten in Frankreich. Eine sehr erheblich größere Zahl, blieben als schmerzliche Kriegsopfer zu Lande zu Wasser (im Schwarzen Meer), im Lazarett, darunter 4 Vermisste. Ein ehrendes Gedenken den Tapferen! Ein schlichtes, eindrucksvolles Ehrenmal setzte ihnen nahe unser Kirche die Gemeinde.

1919/31

Weimarer Republik und tausendjähriges Reich
1923 Währungsreform, 1929 Weltwirtschaftskrise

Besonders schwer empfand die Schönerlinder Gemeinde die Inflationszeit. Durch den Verkauf ihres Besitzes an die Stadt Berlin besaßen viele ehemalige Bauern ein erhebliches Vermögen, von dessen Zinsen sie leben wollten und das nun in dieser Zeit vollkommen seinen Wert verlor.

Nach dem Bau der Bucher Chaussee (1905-1906) und der Mühlenbecker Chaussee (1907) war die verkehrsmäßige Anbindung Schönerlindes deutlich verbessert. Durch die Errichtung des Schönerlinder Gutes durch den Berliner Magistrat (1909-1910) war die landwirtschaftliche Prägung des Ortes für viele Jahre gegeben.

Im Oktober 1929 wurde die Ortsgruppe der NSDAP gegründet. Die Jahre danach waren gekennzeichnet von politischen Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. 1935 wird das Gemeindehaus, am Ende des Blankenfelder Weges gelegen, renoviert und ausgebaut. 1936 baut die Gemeinde ein neues Feuerwehrhaus.

1939-1947

Der zweite Weltkrieg und die Zeit danach

Während des 2. Weltkrieges wurden auch viele Schönerlinder Bürger zum Wehrdienst einberufen. Es wurde östlich von Schönerlinde Flakstellung errichtet. Davon sind noch heute Bunker-Ruinen am Hobrechtsfelder Weg, auf dem Feld nahe dem Wäldchen, zu finden. Am 17.1.43 wurde Schönerlinde durch britische Nachtbomber mit Brandbomben beworfen. Dabei wurden 3 Scheunen und 1 Stall eingeäschert. 23.3.44 wurde während eines Tagesangriffes der Nordamerikaner das Seilersche Grundstück getroffen und brannte aus. Das Grundstück lag an der Straße nach Schönwalde. Als die Russen im Januar/Februar in Schönerlinde einzogen, flüchteten viele Bürger aus dem Ort. Sie kehrten erst zum Jahresende und 1946 wieder zurück. Wie viele Schönerlinder im Krieg ihr Leben ließen, ist uns nicht bekannt. 1945 nahm als erster Bürgermeister Herr Kitschun die Geschicke des Ortes in die Hand. Der Krieg brachte viel Leid. Hunger und Kälte machten den Leuten viel zu schaffen. Die Bauern mußten ihre Höfe wieder auf Vordermann bringen. 1946 wurden 226,5 ha Land enteignet und an verschiedene Leute auf­geteilt. 104 ha an 11 Landarbeiter und landlose Bauern 39 ha an 5 landarme Bauern 22 ha an 2 Umsiedler 9 ha an 2 Arbeiter und Angestellte 36 ha an eine Landgemeinde 16,5 ha wurden nicht aufgeteilt. Es gab 1946 auch keine Kartoffeln im Ort und der Bürgermeister mußte über den Ver­bleib Rechenschaft ablegen, da auch von den "lieben Bauern" keine Kartoffeln zu erhalten waren. 1947 gab es noch einen starken Kälteein­bruch, der den Leuten sehr zu schaffen machte, denn auch das Brennmaterial war knapp.

1949

Die Spaltung Deutschlands in BRD und DDR
17. Juni 1953 Volksaufstand in der DDR, 13. August 1961 Bau der Berliner Mauer

Die Teilung Deutschlands brachte 1948 eine neue Währungsreform mit sich, in der der Spargroschen 10:1 getauscht wurde. Die erste LPG 3Typ in wurde in Schönerlinde gebildet. 1957 zählte sie 26 Mitglieder mit 132 ha Land. 1960 hatte Schönerlinde dann eine LPG Typ III mit 75 Mitgliedern und 431 ha Land. Dazu kamen noch zwei LPG Typ I mit zusammen 27 Mitgliedern und 201 ha Land. Hier sahen sich viele Schönerlinder Bauern veranlaßt, das Dorf zu verlassen und den westlichen Teil Deutschlands aufzusuchen. Beide LPG vom Typ I wurden 1965 an die LPG Typ HI angeschlossen. In Schönerlinde wurden aber auch Betriebe angesiedelt. Im Jahre 1966 erhielt Schönerlinde einen Haltepunkt an der Bahnlinie Basdorf - Berlin - Blankenburg. Das war für die Schönerlinder ein großes Ereignis, dadie Bahn ständig am Ort vorbei mußte, aber hier solange nicht hielt. Dann wurde ein neues Werk errichtet, das ABK. Sie befestigten die Dorfstraße und überzogen sie mit einer Bitumendecke, wodurch die Straße erhöht wurde und der breite Sommerweg wegfiel. 1980 wurden Verhandlungen zwecks Errichtung eines Klärwerkes geführt. Die DDR-Regierung suchte einen Standort zur Lösung der Abwasserprobleme für die Hauptstadt Berlin und fand ihn in der Gemeinde Schöner- linde. In der Folgezeit entstanden auch die beiden Häuser der Wasserwerke, die als Wohnheim für die Bauarbeiter genutzt wurden. Der Bau eines modernen Klärwerkes wurde dann in Angriff genommen. Als die erste Ausbaustufe fertig war, wurde das Werk 1986 in Betrieb genommen und in die Häuser zogen die ersten Familien. Bis zum jetzigen Zeitpunkt konnte noch keine Ableitung der Schönerlinder Abwässer zum Klärwerk gebaut werden. Das ist jedoch im Gemeindeplan mit verankert. Bereits 1985 wurde unsere LPG an die LPG in Stolzenhagen angeschlossen, die dann wiederum mit Klosterfelde einen neuen Hauptsitz erhielt.

1989

Zusammenbruch der kommunistischen Weltherrschaft
9. November 1989 Öffnung der Berliner Mauer
3. Oktober 1990 Wiedervereinigung Deutschlands
6. Mai 1990 erste freie Kommunalwahlen im Osten Deutschlands nach dem Krieg
14. Oktober 1990 Landtagswahlen; Erster Ministerpräsident von Brandenburg wird Manfred Stolpe
14. Juni 1992 Volksentscheid zur Brandenburger Verfassung

Mit der großen 'Wende" 1989 ergibt sich noch nicht viel Neues. 1990 übernimmt ein freigewählter Gemeinderat mit 20 Abgeordneten seine Arbeit, die nicht leicht ist. Das Erbe 40jährigen verfehlten Politik der SED wirkt sich auch dramatisch auf Schönerlinde aus. Die vorwiegend landwirtschaftlich strukturierte Gemeinde muß eine neue Entwicklung beginnen. Der Standpunkt ist ausgezeichnet geeignet für Gewerbeansiedlung. Unter Leitung des Bürgermeisters beginnt die Gemeinde eine konsequente Umstrukturierung und mittelstandsfördernde Entwicklung auf einem 56 ha großen Gewerbegebiet. Die LPG Schönerlinde erntete nur noch einmal die Felder ab, dann wurden die landwirtschaftlichen -Produktionsgenossenschaften aufgelöst. Die dort arbeitenden Bauern wurden entlassen und müssen sich nach anderer Arbeit um­sehen, Hoffnungen und Erwartungen knüpfen sich an das geplante Gewerbegebiet. Dieses Gewerbegebiet wird der Gemeinde das finanzielle und wirtschaftliche Rückgrat geben für die zu­künftige Entwicklung. Es entsteht auf ehemaligen Stadtgütern von Berlin. Etwa 1/3 der Ge­samtgemarkung Schönerlindes gehört flächenmäßig zu den Stadtgütern. Für Schönerlinde be­deutet dies einen harten Kampf um die Wahrung eigener Interessen gegenüber Berlin. Durch die im Land Brandenburg 1991 begonnene Verwaltungs- und Gebietsreform schließt sich Schöner­linde dem Amt Wandlitz an. Bürgermeister Mi­chael Finis unterzeichnete am 8. Mai 1992 die öffentlich- rechtliche Vereinbarung über die Bil­dung des Amtes gemeinsam mit den Bürgermei­stern von Basdorf, Klosterfelde, Lanke, Prenden, Schönwalde, Stolzenhagen, Wandlitz und Zühlsdorf. Einen Hoffnungsblick gibt die Inbetriebnahme des Betondachsteinwerkes "Nelskamp"im Sommer 1992. Es ist der erste neu errichtete Betrieb in unserem Landkreis und zugleich die erste Betriebsansiedlung auf ehemaligen Stadtgutflächen.

Kirche in Schönerlinde

Seit früherer Zeit bestand im Dorfe eine Kirche, in der noch 1541 ein Mönch als Pfarrer die Mes­selas. Im Jahre 1474 amtierte Pfarrer Peter, 1652 Johannes Praetorius. Bemerkenswert ist an der Kirche, deren hoher hölzerner Turmaufsatz sich dem Landschaftsbilde gut eingefugt, der schöne Giebel der im 16. Jahrhundert angebauten Sa­kristei, der in der Marienkirche zu Bernau sein Vorbild hat. Zur Kirche in Schönerlinde gehörten 4 Hufen, die der Pfarrer gegen 3 Wispel 5 Scheffel Meßkorn verpachtete. Der Ertrag von 4 Wiesen, Holz und Reisig stand der Kirche eben­falls zu. Das Pfarrgebäude wurde um 1744 neu gebaut, wozu Untertanen von Schönerlinde, Mühlenbeck und Schildow die Baufuhren leisten und 183 Taler Baukosten beisteuern mußten. 1763 wurden die Kirche und der Turm repariert. Bekannt ist, daß der Turmaufbau im 18. Jahr­hundert errichtet ist. Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts ist die Turmspitze leider baufällig geworden und drohte abzustürzen. Es wurde notwendig sie abzutragen und die ursprüngliche Form wieder herzustellen. Der Gottesdienst wur­de im Pfarrhaus abgehalten. An der Kirche wur­den umfassende Innenarbeiten durchgeführt. Zur 750-Jahrfeier ist die Kirche der Öffentlichkeit wie­der zugängig.

Schönerlinder Persönlichkeiten

Georg F. Schmidt wurde am 24. Januar 1712 als Sohn des Tuchmachers Schmidt in Schönerlinde geboren. Das Geburtshaus ist das heutige Salzmannsche Gehöft in der Nähe der Kirche. Der Junge sollte Handwerker werden, setzte es aber durch, daß er zu einem Kupferstecher in die Leh­re kam. Von 1730 an mußte er 16 Jahre bei der Artillerie dienen, 1736 bekam er den erbetenen Abschied. Bald darauf reiste Schmidt nach Paris, wird dort Mitglied der Akademie francaise und gilt als der beste Kupferstecher von Paris. Dar­aufhin beruft ihn Friedrich der II. (der Große) 1744 an den Hof in Berlin. Aber 1757 zieht er schon wieder weiter. Die Zarin Elisabeth von Russland bittet ihn nach Petersburg. Er soll ihr Bild im großen Königsornat stechen, eine Schule gründen und russische Kupferstecher ausbil­den. 1762 ist Schmidt wieder in Berlin. Er illustriert jetzt die Werke Friedrichs des II.. Als Schmidt 1775 stirbt, schreibt der König an die Schwester des Toten: „Se. Königliche Majestät von Preußen, unser allergnädigster Herr, bedauern den Verlust Dero Kupferstechers Schmidt, als einen Mann von großen Talenten und bezeigen dessen hinterlassenen Schwester Dero gnädigstes Beileid über dessen unterm 26sten angekündigten Absterben.

Potsdam, 27. Januar 1775 Friedrich

Schönerlinder Schule

Wie aus der Schulchronik der Schönerlinder Schule hervorgeht, wurde 1792 eine Schule eröffnet, die jedoch bei dem Brand 1810 abbrannte. Danach wurde sie wieder neu errichtet. Bereits 1850 stieg die Schülerzahl auf 139 an und es mußte ein neues Schulhaus errichtet werden, das am 10. November 1852 bezo­gen wurde. Hier wurde in 2 Klas­senräumen unterrichtet. Die Ferien wurden zu den Haupterntezeiten gemacht denn die Sommerferien fielen 1886 vom 11. bis 26. Juli, hingegen zu "Michaeli" gab es 4 Wochen Ferien, da die Kinder in der "Kartoffelernte mehr benutzt werden". Im Jahre 1900 stieg die Schülerzahl auf 200. 1901 erreichte sie mit 209 Schülern die höchste Schülerzahl für die Schule. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch in 3 Klassen unterrichtet und 1903 wurde die Schule auf 4 Klassen erweitert. Im Herbst 1926 wurde eine ländliche Fortbildungsschule eingerichtet, die im Sommer 1931 wegen Geldmangel aufgelöst werden mußte. Im September 42 besuchen die oberen Jahrgänge die Schule zu Mühlenbeck. 1943 wird der Unterricht in Kurzstunden erteilt. 1946 wird die Schulspeisung eingeführt wegen der unzureichenden Lebensmittelversorgung, musste jedoch im Mai wieder beendet wer­den, da keine Zutaten bei den Bauern mehr aufzu­treiben waren. Im Jahre 1962 durften alle Gutskin­der und Frau Günther nicht die Schule des Ortes besuchen, da in den Ställen die Maul- und Klau­enseuche ausgebrochen war. Frau Günther unterrichtete die Kinder der Klassen 1-8 in der dama­ligen Kantine von 8.00 - 11.30 Uhr. Ab 1964 besuchen die Schüler ab der 7. Klasse die Schule in Schönwalde. 1973 wurde die Schule ganz aufgelöst und die Kinder besuchen seit dieser Zeit die Schule in Basdorf.

Die Freiwillige Feuerwehr in Schönerlinde

Die FFW wurde 1903 gegründet. Zu Beginn der 90jährigen Geschichte stand den wackeren Feuerwehrmännern ein von Pferden gezogener Mannschaftswagen und eine Handspritze zur Verfugung. 1930 wurde ein Opel-Blitz Löschfahrzeug angeschafft, das bis zu seinem Diebstahl im Jahre 1945 zuverlässig Brände löschen half. Nach Kriegsende mußte ein neues Feuerwehr­fahrzeug besorgt werden. Die TS 8 DKW konnte durch Sammeln von Kartoffeln und Getreide fi­nanziert werden. Maßgeblichen Anteil am Wiederaufbau der Schönerlinder Feuerwehr hatten der Kamerad Hans Klitzke, sowie der Wehrleiter Willi Topel (1945-1953), Heinrich Götemann (1953-1968), Hermann Kraetke (1968-1975) und Heinz Götemann (seit 1975).

Gute Tradition hat die Schönerlinder Feuerwehr nunmehr im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Viele Preise konnten bei verschiedenen Wettbewerben errungen werden. Derzeit sind 43 Kameradinnen in der FFW Schönerlinde registriert. Die hohe Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehr konnte im Jahr 1978 unter Beweis gestellt wer­den. Es war gerade die Zeit der Fußballweltmeisterschaft. Soeben waren die Löscharbeiten beim Brand der Gärtnerei in der Dorfstraße beendet. Die Männer erholten sich bei einem Bier in der Gaststätte "Treffpunkt" und sahen noch das Ende der ersten Halbzeit eines Weltmeisterschaftsspieles. Als wenn er es geahnt hätte, mahnte Wehrleiter Heinz Götemann seine Mannen, sich dem holden Gerstensaft nicht völlig hinzugeben. Bei einem Blick vor die Tür der Gaststätte in der Halbzeitpause traute er dann seinen eigenen Augen nicht. Schon wieder brannte es, diesmal gleich nebenan. Es war die Kegelbahn, die den Flammen zum Opfer fiel. Noch zwei weitere Brände ließen die Männer um Heinz Götemann in dieser Woche Blut und Wasser schwitzen. Unglaublich, aber dennoch wahr. Ursache aller Brände war Brandstiftung, der Täter kam aus den eigenen Reihen der Schönerlinder Feuerwehr.

Bericht von: Torsten Skibba, erstellt am: 20.07.2014
   
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